Depressionen bei Kindern - Viele leiden still

In Deutschland leiden viele Kinder unter Depressionen und Angststörungen. Die DAK fordert deshalb deutlich mehr ambulante Hilfsangebote. Denn: Die Zahlen offenbarten nur die Spitze des Eisbergs.


Sie fühlen sich schlapp, antriebslos. Selbstzweifel nagen, Angst raubt jede Energie: In Deutschland sind viele Kinder von psychischen Erkrankungen betroffen. Das geht aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK hervor. Demnach diagnostizierten Ärzte bei Kindern in 1,9 Prozent der Fälle eine Depression, in 2,2 Prozent eine Angststörung. Untersucht wurden Schulkinder im Alter zwischen 10 und 17 Jahren. Mädchen waren den Kassendaten zufolge wesentlich häufiger in Behandlung als Jungen.


17 Prozent der Betroffenen bekamen Antidepressiva verschrieben, 8 Prozent kamen zur Behandlung in eine Klinik. "Im Report sehen wir nur die Spitze des Eisbergs", kommentiert Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte den Bericht. "Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus." Die meisten Kinder leiden still.


Problem Stigmatisierung


Ein Problem sehen die Fachleute in der Stigmatisierung der Krankheit. Noch immer würden Depressionen als "Schwäche" gewertet. Viele Erkrankte scheuten den Klinikaufenthalt, weil sie dadurch Nachteile und Hänseleien im Privat- und Schulleben befürchten. Das verschlimmert die Krankheit sogar. Und: Oft werden die Erfolge eines stationären Aufenthalt konterkariert, weil es an der Nachsorge fehle.


Deshalb fordert die DAK einen erheblichen Ausbau ambulanter Therapieangebote. So würden etwa 24 Prozent der aus Kliniken Entlassenen später erneut in eine Klinik eingeliefert - das sei "alarmierend", so DAK-Chef Andreas Storm.


Zudem müsse die Krankheit endlich entstigmatisiert werden. "Wir brauchen eine offene Diskussion über das Tabuthema Depressionen bei Kindern", so Storm.


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© 2018 Markus Zettl 

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